Hundeausbildung
   
Lawinensuchhundeführer Pustertal
 
       
 
       

 

     Ausbildung von Stöberhunden

 



Beispiel 1 - Ausbildung eines Verbellers, mit der Futterbelohnung



Schon im Welpenalter, -der erste Schritt-, wenn ich den Hund füttere, leite ich ihn zum Verbellen an. Um so schneller und heftiger er bellt, desto schneller gibt es zu fressen. Der Hund wird vom Führer so trainiert, dass der Hund verbellt, ohne die Futterschüssel anzurühren. Hat er das begriffen, füttere ich ihn immer wieder an anderen Plätzen, wo ich die gefüllte Futterschüssel alleine stehen lasse. So erreiche ich auch, dass er die Futterschüssel suchen muß und auch verbellt.

Mit dem zunehmenden Alter, -der zweite Schritt-, lasse ich den Hund von einem Kollegen festhalten und ich entferne mich ein kleines Stück außer Sichtweite und so muß der Hund seinen Führer und die Futterschüssel selber suchen. Der Hund wird beim Erblicken der Futterschüssel und dem natürlich vorhandenen Futter sofort zu bellen beginnen. Klappt das, wird dasselbe Spiel, das es für den jungen Hund auch sein soll, mit einer Person, die der junge Hund auch gut kennt, wiederholt. Der Abschluß wird vom Figuranten gemacht, indem er den Hund, nach dem Verbellen, seine Schüssel überlässt und den Hund an die Leine nimmt und zum Ausgangspunkt zurückkehrt. Wichtig ist, dass der Führer nicht dem Hund zum Figuranten folgt. Dadurch wird der Hund selbständiger, er wird sich dann auch besser vom Führer lösen und nicht zum Führer zurückschauen. Der Hund wird lernen, sicher beim Figuranten zu bleiben. Bei den nächsten Übungen wird die Distanz verlängert, aber der Hund sieht immer noch den Figuranten verschwinden.



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Der nächste Schritt ist: der Hund findet den Figuranten, die Schüssel mit dem Futter ist da, aber zugedeckt. Der Abschluß der Übung wird immer noch vom Figuranten gemacht. So lernt der Hund, Fressen gibt es immer nur beim Figuranten. Wenn ich das langsam, Schritt für Schritt, aufbaue, erreiche ich das Ziel eines sicher bleibenden Verbellers. Der Figurant hat sich auf den Boden zu legen und darf sich auch nicht bewegen. Das Anreizen oder Herzeigen des Futters darf von Anfang an nicht gemacht werden, denn der Hund, der richtig eingearbeitet ist, weiß ganz genau, irgendwo hat der Figurant auch das Futter und wird so zu einem sicheren Verbeller. So erreiche ich auch bei starken Hunden, dass sie nicht fordern und im Wesen schwächere Hunde nähern sich vertrauensvoll dem Figuranten.





Zum Schluß: Diese Methode, die sie jetzt gehört haben, ist kein Patentrezept, bietet aber eine erprobte Möglichkeit, mit dem Hund rein spielerisch unser gewünschtes, gemeinsames Ziel zu erreichen.



Beispiel 2 - Ausbildung einen Verbellers mit dem Ball oder Beißwurst (Lieblingsspielzeug des Hundes)

Wir arbeiten auch nach einer 2. Methode:

1. Schritt: Der Figurant hält den Hund an der Leine, der Hundeführer entfernt sich vom Hund in einem kleinen Suchgebiet; sobald er außer Sichtweite ist, lässt der Figurant den Hund los und dieser muß seinen Herrn suchen, welcher sich liegend am Boden versteckt hält, ohne sich zu bewegen. Sobald der Hund seinen Herrn findet und durch Verbellen anzeigt, belohnt ihn der Hundeführer mit dem Spielball (od. auch Beißwurst).

2. Schritt: fast identisch mit Schritt 1, nur wird der Hund vom Hundeführer selbst an der Leine gehalten und er muß eine ihm fremde Person suchen, die mit ihm aber vorher kurz gespielt hat. Belohnung wie oben, und die fremde Person schließet mit dem Hund ab und kehrt zum Hundeführer mit dem Hund zurück.

3. Schritt: fast identisch mit Schritt 2. Der Hund wird wieder vom Hundeführer selbst gehalten, das Suchgebiet wird vergrößert und die Suchzeiten verlängert. Das Suchgebiet selbst und die aufzufindende Person sind dem Hund dabei nicht bekannt. Belohnung wie oben.



Bei dieser Methode wird der Beutetrieb des Hundes sehr stark gefördert; wichtig ist jedoch eine saubere, korrekte Ausführung der Arbeitsschritte; der Figurant muß sich unbedingt lautlos und bewegungslos verstecken. Nicht zu vergessen ist die ausreichende Belohnung und Belobigung des Hundes beim erfolgreichen Abschluß der Übung.


Die Ausbilder
Lawinensuchhundeführer des Bergrettungsdienstes im Alpenverein Südtiro
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